CINEMARCHITEKTUR: Das andere Bauhaus. Die Designerin Charlotte Periand

Charlotte Perriand war 24 Jahre jung, als Le Corbusier sie in sein Team holte und sie sogleich mit der Innenausstattung seiner Bauwerke betraute. Perriand entwickelte eine eigenständige, minimalistische Formensprache, verwendete neue, unübliche Materialien und kam dank Erfindungsreichtum und Esprit zu Lösungen, die ästhetisch bestechend, praktisch, funktional und darüber hinaus auch noch behaglich waren. Mit ihren Kreationen prägte sie maßgeblich das Design des 20. Jahrhunderts. Sie war aber lange unbekannt, weil Le Corbusier Ihre Entwürfe und Produkte vor allem unter seinem Namen vermarktete.

Die Dokumentation DAS ANDERE BAUHAUS: DIE DESIGNERIN CHARLOTTE PERRIAND beleuchtet wichtige Stationen ihres Lebens, von der Zusammenarbeit mit Le Corbusier in den 1930er-Jahren über den fruchtbaren Kulturschock eines mehrjährigen Japanaufenthalts bis zu ihrer Liebe zu den Bergen und den Entwürfen für die Skistation Les Arcs. Mit ihrem vielfältigen Engagement – für die Befreiung der Frau, günstigen Wohnraum, neue Architektur, die Freizeitgesellschaft oder Bausatzmöbel zum Selbstmontieren – hat Charlotte Perriand einen bedeutenden Beitrag zu einer Reflexion über die Zukunft der Gesellschaft geleistet, die bis heute anhält.

Optische Schreie. Die Geschichte des Aachener Wandmalers

Klaus Paier war ein Wegbereiter der Street Art in Deutschland. Seinen künstlerischen Ausdruck entwickelte er während seines Physikstudiums an der RWTH Aachen in den 1970er Jahren. Die Wand wurde sein ultimatives Medium, um gesellschaftliche Probleme wie Faschismus, Schulsystem, Homophobie, Kalter Krieg, Atomkraft, Apartheid und soziale Ungerechtigkeit anzuprangern. Der Film beleuchtet die lokale Kunstszene, das Aufkommen von Bürgerbewegungen, das Thema Hausbesetzungen sowie die Rezeption seiner Wandbilder– damals wie heute. Basierend auf Interviews ist dieser Film nicht nur ein biografisches Porträt, sondern stellt darüber hinaus ein fundiertes Zeitdokument dar.
Im Anschluss an die Vorstellung findet ein Gespräch mit Regisseurin statt.
2025, Regie, Drehbuch, Kamera, Schnitt, Produktion: Lovorka Perić-Hassler

Apollo Kino, Pontstraße 141-149

Anmeldung online

https://www.vhs-aachen.de/index.php?id=107&kathaupt=11&knr=262-10754

Cinemarchitektur | Grand Budapest Hotel (2014)

Grand Budapest Hotel ist eine meisterhafte und oscarprämierte Tragikomödie von Wes Anderson aus dem Jahr 2014, die den Niedergang des alten Europa und den Aufstieg des Faschismus thematisiert

Gustave H., der legendärer Concierge eines Luxushotels und sein Boy Zero stehen im Mittelpunkt des Gran Budapest Hotel im Europa der 1920er Jahre. Das Drama beginnt als eine reiche Hotel-Gästin stirbt und Gustave ein unbezahlbares Gemälde vererbt. Ihr skrupelloser Sohn bezichtigt Gustave daraufhin des Mordes. Die Beschuldigungen können aufgelöst werden, jedoch überstrahlt der beginnende Faschismus das Happy End.

Die Kulisse des Hotels ist märchenhaft und beschreibt die vergangene Tradition europäischer Luxushotels.

Eine thematische Einführung ist angefragt, aber noch nicht zugesagt

Eintritt
5 EUR Mitglieder Aachenfenster – Studierende
8 EUR ohne Ermäßigung

Die Reihe Cinemarchitektur ist eine Kooperation mit dem Apollo-Kino.

Cinemarchitektur | Die Architekten

Foto: Lehmann © Bundesarchiv

D 1989/90 102 Min. Regie Peter Kahane / Michael Kny

Der Architekt Daniel Brenner ist Ende dreißig, als er seinen ersten herausfordernden und lukrativen Auftrag erhält: den Entwurf eines Kulturzentrums für eine Satellitenstadt in Ost-Berlin. Er akzeptiert das Angebot unter der Bedingung, dass er wählen kann, mit wem er zusammenarbeitet. Auf diese Weise trifft er wieder auf ehemalige Kollegen und Freunde. Gemeinsam entwickeln sie ein Konzept, von dem sie hoffen, dass es der Öffentlichkeit besser gefällt als die konventionellen und langweiligen Konstruktionen, die in der DDR üblich sind. Ihre ehrgeizigen Pläne werden jedoch immer wieder von ihren konservativen Aufsehern vereitelt. Als die Frustration wächst, hat Daniel Probleme, seine Karriere mit seinem Familienleben in Einklang zu bringen: Seine Frau Wanda will nach Westdeutschland ausreisen…

Das Vorbild für den Films ist der Neubau des „gesellschaftlichen Hauptbereiches“ der Berliner Großsiedlung Marzahn in den 1980er Jahren. Hierzu wurden die dafür verantwortlichen Architekten Michael Kny und Thomas Weber  zusammen mit Wolf-R. Eisentraut vom Kollektiv IHB Berlin für den Spielfilm portraitiert.

Geworden ist der Film allerdings eine Metapher für den Untergang der DDR, denn durch die gegen große Widerstände erst im Herbst 1989 erteilte Drehgenehmigung fielen die Dreharbeiten mit dem Fall der Mauer zusammen und der Film wurde von der sich wandelnden Realität eingeholt.

Das Kaufhaus am Marzahner Tor, dessen Planung und Bau Thema des Films sind, wurde 2003 zugunsten des Neubau des Eastgate Berlin teilweise abgerissen.

Der Film zeichnet den Epochenbruch der DDR nach und ist ein Spiegel der aktuellen Krisen.

Als Gäste haben wir Michael Kny als verantwortlichen Architekten und Martina Abri als Protagonistin der DDR-Denkmalpflege eingeladen, die uns einen spannenden Einblick in die Planung der DDR-Zeit werden geben können.

 

Eintritt
5 EUR Mitglieder Aachenfenster – Studierende
8 EUR ohne Ermäßigung

Die Reihe Cinemarchitektur ist eine Kooperation mit dem Apollo-Kino.

Cinemarchitektur | Die Fotografen Bernd und Hilla Becher

Foto: 1968 © B+H.BECHER

DE 2012. 94 Min. Regie Marianne Kapfer

„Bernd und Hilla Becher schufen mit ihren Foto-Aufnahmen eine Enzyklopädie der Industriearchitektur und entdeckten dabei die Schönheit dieser Motive. Viel Druckerschwärze ist darüber verwendet worden.Und nun kommt die Berliner Filmerin Marianne Kapfer und dreht einen so sympathischen, witzigen, neuartigen Film über die beiden, dass die 90 Spiel-Minuten wie im Fluge vergehen.“ Helga  Meister, Westdeutsche Zeitung

Fotografien und Filme über Industriearchitektur waren im 19. Jahrhundert zwei wichtige Verfahren, mit denen die monumentale Macht der industriellen Revolution gefeiert werden sollte. In den 1950er Jahren entwickelten Bernd (1931–2007) und Hilla Becher (1934–2015) einen gänzlich anderen Ansatz. Nüchtern-sachlich dokumentierten sie Zeugnisse einer verschwundenen  Industrielandschaft in Deutschland. Innerhalb von zehn Jahren entwickelten sie eine konzeptuelle künstlerische Praxis, die sich besonders an der Form der fotografierten Objekte ausrichtete; sie als Skulpturen betrachtete und sie über eine vergleichende Anordnung zu Typologien ordnete.

Mit ihren Arbeiten haben sie eine neue und universelle Bildsprache entwickelt, welche die dokumentierten Objekte nüchtern, in schwarzweiß, aufgenommen von einem leicht erhöhten Standpunkt vergleichbar werden läßt. Die Reduktion auf die präzise erfaßte Form wird damit zur objektiven Dokumentation.

Der Dokumentarfilm von Marianne Kapfer über die Fotografen Bernd und Hilla Becher liefert spannende Einblicke in das Leben und Werk des Düsseldorfer Künstlerpaares.

Elke Kania (Kuratorin im Kunsthaus NRW) gibt zu Beginn der Vorstellung eine Einführung in das Werk der Bechers.

Eintritt
5 EUR Mitglieder des Aachenfensters + Studierende
8 EUR ohne Ermäßigung

Hier geht es bald zum Vorverkauf.

Die Reihe Cinemarchitektur ist eine Kooperation mit dem Apollo-Kino, Aachen.

Cinemarchitektur | Visual Acoustics (The Modernism of Julius Shulman)

USA 2008, 84 Minuten | Regie Eric Bricker

Vielen sind die ikonischen Fotos des 2009 mit 98 Jahren verstorbenen Julius Shulman geläufig. Unzählige Architekten in den 1950er und 1960er Jahren vertrauten auf seine überragende Bildsprache. Ohne seine Fotos wären die Häuser des Case Study Programms sicherlich nicht so berühmt geworden und die Karrieren von Richard Neutra, John Lauter aber auch von Ray und Charles Eames wären vielleicht anders erlaufen. Erst durch seine Fotos wurde die kalifornische Moderne für viele zugänglich.

Visual Acoustics erkundet Shulmans Kunst und sein einzigartig kreatives Leben und zeichnet ein umfassendes Porträt dieses bedeutenden Botschafters der Moderne.

Vor dem Film wollen wir der Frage nachgehen, wie das Werk Shulmans die Bildsprache der zeitgenössischen Architekturfotografie beeinflusst hat. Hierzu haben wir den Architekturfotografen Jörg Hempel eingeladen, der im Gespräch mit Björn Schötten hierauf Antworten zu geben versucht.

Eintritt
5 EUR Mitglieder des Aachenfensters + Studierende
8 EUR ohne Ermäßigung

Hier geht es bald zum Vorverkauf.

Die Reihe Cinemarchitektur ist eine Kooperation mit dem Apollo-Kino, Aachen.

Cinemarchitektur | Barbicania

Foto: Beka & Partners und Barbican Centre

Achtung: Neuer Termin: 27.5.26

F/UK 2014, 90 Min, Regie Ila Ila Bêka, Louise Lemoine

Das 1982 eröffnete Londoner Barbican Centre das größte Kultur- und Konferenzzentrum Europas – Heimat namhafter Orchester, Theater, Kunstgalerien, Kinos und Bibliotheken. Das Areal, auf dem es sich befindet, wurde im Zweiten Weltkrieg fast vollständig zerstört. Ab den 1960er-Jahren entstanden hier Wohnblocks, denen lange Zeit das Negativimage des Brutalismus anhing, die aber inzwischen höchst begehrte Immobilien sind.

In einem 30-tägigen Projekt spüren die Dokumentarfilmer Ila Bêka und Louise Lemoine der Seele dieses Quartiers nach, porträtieren Bewohner und Besucher, entdecken wilde Pflanzen und Tiere und halten in beeindruckenden Architekturaufnahmen seine Formensprache, Sichtachsen und Details fest. Sie blicken mal von der Spitze, mal in den Keller und nehmen den Komplex aus der Vertikalen und aus der Horizontalen, mal frühmorgens und mal bei Nacht in den Blick.

Architektur im Dialog. Bauen im Wandel. Zukunft im Blick.

Der Aachener Baukulturkalender ist eine Plattform für alle, die sich für die zukunftsfähige Gestaltung unserer gebauten Umwelt interessieren – von Architektur, Stadtentwicklung und Denkmalpflege bis zu Landschafts- und Raumplanung. Er bündelt Veranstaltungen, Ausstellungen, Vorträge und Aktionen in Aachen und der Region, die sich mit Fragen der Baukultur auseinandersetzen.

Unser Anliegen

Baukultur geht uns alle an. Sie beeinflusst unser tägliches Leben, unser gesellschaftliches Miteinander und die Qualität unserer Umwelt. Der Baukulturkalender macht dieses wichtige Thema sichtbar, schafft Raum für Austausch und lädt dazu ein, sich aktiv an der Gestaltung unserer Lebensräume zu beteiligen.

Der Kalender richtet sich an Fachleute, Studierende, Engagierte und Interessierte gleichermaßen. Er versteht sich als offenes Angebot an alle, gemeinsam über Gegenwart und Zukunft unserer gebauten Umwelt nachzudenken – kritisch, kreativ und konstruktiv.

Unsere Haltung

Offen. Interdisziplinär. Vernetzt.
Der Baukulturkalender lebt vom Engagement vieler Akteur*innen, die mit Verantwortung, Fachwissen und Leidenschaft an einer nachhaltigen, vielfältigen und identitätsstiftenden Baukultur arbeiten.

Wir glauben an die Kraft der Zusammenarbeit über Disziplinen und Institutionen hinweg – und an die Bedeutung des Dialogs zwischen Praxis, Forschung, Politik, Kultur und Zivilgesellschaft.

Wer steckt dahinter?

Auf Initiative des Förderverein aachen fenster  – raum für bauen und kultur e.V. geht der Aachener Baukulturkalender einem der Gründungszwecke des Fördervereins nach.

In enger Kooperation mit den zahlreichen Partnerinnen und Partnern aus der Region wird eine Plattform für die Veröffentlichung und Werbung der zahlreichen Veranstaltungen bereitgestellt.  

Dazu gehören der Bund Deutscher Architekten Aachen, Bund Deutscher Baumeister Aachen, Fachhochschule Aachen, altbau plus, ABE AachenBuildingExperts, vhs Aachen, RWTH Aachen University, Städtische Entwicklungsgesellschaft Aachen sowie Stadtbad Aachen, Initiative Aachen, Aachener Bäche ans Licht, Europäische Stadt.

aachen_fenster – raum für bauen+kultur