ArchitektINNENwelten | Katharina Neubauer

Transformation des Bestehenden – Wie können wir die gebaute Umwelt weiterentwickeln, ohne sie immer wieder neu zu erschaffen? 

Unsere Städte sind längst gebaut – sie tragen Geschichte, Identität und vor allem wertvolle Ressourcen in sich. Statt den Zyklus aus Abriss und Neubau fortzuführen, rückt eine andere Haltung in den Mittelpunkt der Planung: Transformation des Bestehenden. Die Weiterentwicklung des Bestands wird damit zu einer zentralen architektonischen Verantwortung im Sinne der Kreislaufwirtschaft.

Katharina Neubauer ist Architektin und Dozentin. 2024 hat sie mit Sofia Ceylan und Annabelle von Reutern die sozialverträgliche Architekturunternehmung TOMAS – Transformation of Material and Space mit Sitz in Berlin und Essen gegründet. Zum Sommersemester 2026 hat sie als Lehrbeauftragte an der FH Münster (MSA) begonnen. Seit 2024 ist sie als Vorständin in der Architektinnen-Initiative Nordrhein-Westfalen (AINW) aktiv. In den letzten fünf Jahren war sie als Architektin in der Schweiz tätig und hat bis Anfang 2025 als Dozentin an der Hochschule Luzern gearbeitet.

ArchitektINNENwelten | Lisa Marie Zander

Die Stadt, die es geben könnte – Demokratisierung von Planungsprozessen und kritische Aneignung von Raum

Lisa Marie Zander ist Vertretungsprofessorin für Architektur, Raum und Gesellschaft an der HafenCity Universität in Hamburg. Sie ist Co-Gründerin der PlanBude und des Mikropols. Ihre Arbeiten beschäftigen sich mit der Demokratisierung von Planungsprozessen und der kritischen Aneignung von Raum. Die Konstruktion von Situationen rückt dabei das Alltägliche und den Gebrauch des Städtischen in den Vordergrund und bildet die Grundlage ihrer gestalterischen Praxis. 2020 gründete sie Projektbüro, ein Studio für Architektur und Urban Design in Hamburg. Lisa ist Vorstandsmitglied der durch die fux eG getragenen Projektentwicklungsgenossenschaft communale xeG und Rompreisträgerin der Villa Massimo 2026/27.

Ihr Vortrag gibt einen Einblick in ihre Praxis, die ernst nimmt, was vorhanden ist und von dessen Standpunkt aus, Zukünfte in kollaborativen Prozessen imaginiert werden.

ArchitektINNENwelten | Sarah Kosmann

Interdisziplinäres Bauen ab LP 0 – Fachplanung als Schlüssel zur Nachhaltigkeit

Alle sprechen über Nachhaltigkeit, doch für die meisten Planer*innen beginnt die Nachhaltigkeit erst in Leistungsphase 6, wenn an Stelle von EPS zur Holzfaser gegriffen wird. Doch wenn man genauer hinschaut, sind die größten Schrauben des Nachhaltigen Bauens an dieser Stelle schon nicht mehr zu verändern.

Sarah Kosmann, M.Sc., studierte Bauingenieurwesen mit den Schwerpunkten Bauphysik, Holzbau, Baukonstruktion und Architektur. Seit 2018 führt Sie Ihr eigenes Ingenieurbüro für Bauphysik. Als Fachplanerin kennt Sie den Frust, erst zur Baugenehmigung „für die Unterschrift“ ins Projekt geholt zu werden und zeigt in Ihrem Vortrag welche Möglichkeiten und Vorteile entstehen, wenn Fachplanungsexpertise früh am Entwurf mitentwickeln kann.

2018 hat Sarah Kosmann zusammen mit vier weiteren Kolleginnen die Initiative “Frau liebt Bau” ins Leben gerufen. Es entstand ein aktives Netzwerk für selbstständige Frauen in der Bauplanung, dass sich für fachlichen Austausch und Gleichberechtigung einsetzt. Berufspolitisch engagiert sich Sarah Kosmann seit 2024 in der Ingenieurkammer-Bau NRW. Sie ist Mitglied im Vorstand, sowie in den Ausschüssen Nachhaltigkeit und Digitalisierung. Anfang 2025 gründete sie den Arbeitskreis Chancengleichheit und treibt dort die Themen rund um Gleichstellung, Diskriminierung und Diversität innerhalb des Berufsstands voran.

Internationale Konferenz: „ReBirth Architectures“ in den Abruzzen und im Ahrtal

Eine alternative und kreative Strategie zum Wiederaufbau und zur Regeneration von Orten nach Klimakatastrophen: Erbe und Identität.

Die Konferenz konzentriert sich auf den Wiederaufbau und die Regeneration von Gebieten, die von Natur- und Klimakatastrophen verwüstet wurden, insbesondere basierend auf den Erfahrungen der Erdbeben in den Abruzzen (Italien, 2009/2016) und der Flutkatastrophe im Ahrtal (Deutschland, 2021).
Trotz der geografischen Distanz teilen diese Regionen gemeinsame Herausforderungen: ländliche geprägte Landschaften, alte Traditionen und bestehende Probleme wie den demografischen Wandel – allesamt getroffen von Tragödien, die Wirtschaft und Alltag tiefgreifend erschüttert haben.
Eine neue Vision für den Wiederaufbau Die Konferenz entwickelt eine Vision, die über den bloßen Wiederaufbau hinausgeht und einen ethischen sowie adaptiven Ansatz verfolgt.

Dieses Projekt wird vom Lehrstuhl für Architekturgeschichte (AGES) unter der Leitung von Prof. Anke Naujokat gefördert und von Adelaide Di Nunzio sowie Yannick Ley kuratiert. Die Veranstaltung erfolgt in Zusammenarbeit mit dem Institut für Wasserbau und Wasserwirtschaft (IWW) der RWTH, dem Fachbereich für Bauingenieurwesen, Bau-Architektur und Umwelttechnik (DICEAA) der UNIVAQ, dem Sonderamt für den Wiederaufbau der Kratergemeinden (USRC) und dem Sonderamt für den Wiederaufbau der Stadt L’Aquila (USRA).

Die Moderation der Veranstaltung übernimmt der Architekturhistoriker und Verleger Björn Schötten.

In dieser „Ära der Ungewissheit“ setzt das Programm folgende Schwerpunkte:
• Partizipative Strategien: Einbeziehung von Stakeholdern und örtlichen Gemeinschaften in einen demokratischen Dialog.
• Identität und Erbe: Entwürfe, die die lokale Geschichte respektieren und gleichzeitig zukünftige Resilienz planen.
• Die Kraft der Ruinen: Überreste nicht nur als Verlust zu betrachten, sondern als empathische Verbindung zur Vergangenheit, die eine zukünftige Wiedergeburt inspiriert.
Das zweitägige Programm umfasst neben wissenschaftlichen Vorträgen auch mehrere Ausstellungen, die ein stärkeres territoriales Bewusstsein fördern und wirksame Regenerationsvorschläge anbieten.

Details und Logistik der Veranstaltung
• Wann: Donnerstag, 26. März und Freitag, 27. März 2026
• Uhrzeit: 09:30 – 12:30 Uhr | 14:00 – 18:00 Uhr
• Special Event: Ausstellungseröffnung & Aperitif | Donnerstag, 26. März, 17:00 Uhr
• Wo: Foyer des Reiff-Museums, Fakultät für Architektur der RWTH Aachen (Schinkelstr. 1, 52062 Aachen)
• Eintritt: Kostenfrei.
Teilnahme:
• Vor Ort: Um Anmeldung per E-Mail wird gebeten unter: devree@ages.rwth-aachen.de.
• Online: Die Teilnahme ist via Zoom-Link möglich (Meeting-ID: 668 9876 3660).
• Veranstaltungs-Link: Vollständiges Programm und Informationen:

https://ages.rwth-aachen.de/cms/ages/der-lehrstuhl/aktivitaeten/~bopqdy/23-januar-2026-ankuendigung-konferen/?lidx=1

ArchitektINNENwelten | Julia Stein

Baukultur bewahren – Die OrangeListe und Julia Steins Engagement für gefährdete Orte

Die OrangeListe.com ist eine bundesweite Plattform, die gefährdete Gebäude sammelt, dokumentiert und öffentlich zugänglich macht. Ziel ist es, auf den drohenden Verlust baukulturell wertvoller Orte aufmerksam zu machen und eine breite Diskussion über deren Zukunft anzustoßen. Die Einträge reichen von historischen Gasthäusern über Industrieanlagen bis hin zu Verwaltungsbauten der Nachkriegsmoderne. Jedes Objekt erzählt eine Geschichte – und zeigt zugleich, welche Fragen im Umgang mit Bestand und Ressourcenschonung heute dringlich sind.
Über die Plattform kommen verschiedene Akteure miteinander in Kontakt, um aktiv und gemeinschaftlich Rettungsinitiativen für gefährdete Gebäude zu entwickeln. So verbindet die OrangeListe.comMenschen mit Orten – und unterstützt die Baukulturwende!

Webex-Link: https://fh-aachen.webex.com/fh-aachen/j.php?MTID=me92465be6ea5c54fe768005c12c348a3

Bildrecht: OrangeListe.com & Sophie Anfang

ArchitektINNENwelten | Claudia Lüling Textiles Bauen – Nachhaltige Bauweisen im Kontext moderner Textiltechnologien

Technische Textilien sind in Bereichen wie Medizintechnik und Automotive bekannt. Im Bauwesen hingegen prägen bislang vor allem Arbeiten von Frei Otto die Diskussion, ansonsten sind technische Textilien als Bewehrung und im Kontext von Textilbeton bekannt. Hier setzen die Forschungen von Claudia Lüling an. Die Architektin und ehemaliges Mitglied des Expertenkreis Zukunft Bau des BBSR leitet das Research Lab for Sustainable Lightweight Building Technologies und befasst sich mit Forschungsthemen, wie gebäudeintegrierte Photovoltaik und textiler Leichtbau. U.a. wurde das Projekt „ge3TEX – Gewebt, gewirkt, geschäumt: 3D-Textilien für die Gebäudehülle“ 2021 von der DGNB als einer der drei Finalisten in der Kategorie Forschung ausgezeichnet. Zuletzt wurde eine textilbasierte Grünfassade mit Industriepartnern entwickelt, die zum Patent angemeldet ist.

Der Veranstaltung kann auch online gefolgt werden. Webex-Link: https://fh-aachen.webex.com/fh-aachen/j.php?MTID=mc895f931275e263a91fcf237efcbb20c

Foto: Tobias Etzer

ArchitektINNEN­welten | Wiebke Hermerschmidt

Chancen und Grenzen des zirkulären Bauens mit Beton

Zirkuläres Bauen mit Beton gewinnt im Kontext nachhaltiger Architektur und Ressourcenschonung zunehmend an Bedeutung. Beton als dominierendes Baumaterial stellt dabei eine besondere Herausforderung dar: Während seine Langlebigkeit und Tragfähigkeit für den Bausektor unverzichtbar sind, steht sein hoher Ressourcenverbrauch im Widerspruch zu Umweltschutz- und Klimazielen. Der Vortrag beleuchtet die Potenziale und Grenzen eines zirkulären Ansatzes für Beton, von der Wiederverwendung von Bauteilen über das Recycling von Beton bis hin zu neuen Materialentwicklungen mit alternativen Bindemitteln.

Die Veranstaltung ist eine hybride Veranstaltung und kann hier auch über Webex verfolgt werden.

Die Veranstaltung findet statt im Rahmen des WIA-Festivals 2025.

WIA 2025 ist das erste bundesweite Festival zur Sichtbarmachung von Frauen in Architektur, Innenarchitektur, Stadt- und Freiraumplanung sowie Bau- und Ingenieurbaukunst: Vom 19. bis zum 29. Juni 2025 beleuchten zahlreiche Veranstaltungen in ganz Deutschland die Leistungen von Planerinnen sowie das Thema Diversität in der Baukultur.

ArchitekINNENwelten | Magdalena Zabek

Zirkuläre Architektur: Auf dem Sprung vom Pionierkonzept zum Massenprodukt

Die Umsetzung einer zirkulären Bauweise darf nicht als kurzfristige Trendbewegung verstanden werden, sondern stellt eine essenzielle Notwendigkeit dar. Während bisher der Fokus vorrangig auf Energieeffizienz lag, rückt zunehmend die Optimierung von Materialkreisläufen und Planungsprozessen in den Mittelpunkt.

Magdalena Zabek entwickelt wissenschaftlich fundierte Strategien zur Förderung einer zirkulären Architektur, die den Ressourcenverbrauch reduziert und Materialien im Kreislauf hält. Durch interdisziplinäre Forschung und praxisorientierte Beratung unterstützt sie Planende dabei, fundierte Entscheidungen zu treffen und die gebaute Umwelt als dynamisches Materiallager für zukünftige Bauvorhaben zu begreifen. Ihr methodischer Ansatz basiert auf einer umfassenden Analyse von Materialflüssen, Wiederverwendbarkeit und Lebenszyklen und geht über standardisierte Bewertungssysteme hinaus.

Als Architektin kombiniert sie wissenschaftliche Analysemethoden mit ästhetischen und funktionalen Anforderungen. Dadurch wird Architektur nicht nur ökologisch resilient, sondern auch langfristig zukunftsfähig.

Die Veranstaltung ist eine hybride Veranstaltung und kann hier auch über Webex verfolgt werden.

Die Veranstaltung findet statt im Rahmen des WIA-Festivals 2025.

WIA 2025 ist das erste bundesweite Festival zur Sichtbarmachung von Frauen in Architektur, Innenarchitektur, Stadt- und Freiraumplanung sowie Bau- und Ingenieurbaukunst: Vom 19. bis zum 29. Juni 2025 beleuchten zahlreiche Veranstaltungen in ganz Deutschland die Leistungen von Planerinnen sowie das Thema Diversität in der Baukultur.

Architektur im Dialog. Bauen im Wandel. Zukunft im Blick.

Der Aachener Baukulturkalender ist eine Plattform für alle, die sich für die zukunftsfähige Gestaltung unserer gebauten Umwelt interessieren – von Architektur, Stadtentwicklung und Denkmalpflege bis zu Landschafts- und Raumplanung. Er bündelt Veranstaltungen, Ausstellungen, Vorträge und Aktionen in Aachen und der Region, die sich mit Fragen der Baukultur auseinandersetzen.

Unser Anliegen

Baukultur geht uns alle an. Sie beeinflusst unser tägliches Leben, unser gesellschaftliches Miteinander und die Qualität unserer Umwelt. Der Baukulturkalender macht dieses wichtige Thema sichtbar, schafft Raum für Austausch und lädt dazu ein, sich aktiv an der Gestaltung unserer Lebensräume zu beteiligen.

Der Kalender richtet sich an Fachleute, Studierende, Engagierte und Interessierte gleichermaßen. Er versteht sich als offenes Angebot an alle, gemeinsam über Gegenwart und Zukunft unserer gebauten Umwelt nachzudenken – kritisch, kreativ und konstruktiv.

Unsere Haltung

Offen. Interdisziplinär. Vernetzt.
Der Baukulturkalender lebt vom Engagement vieler Akteur*innen, die mit Verantwortung, Fachwissen und Leidenschaft an einer nachhaltigen, vielfältigen und identitätsstiftenden Baukultur arbeiten.

Wir glauben an die Kraft der Zusammenarbeit über Disziplinen und Institutionen hinweg – und an die Bedeutung des Dialogs zwischen Praxis, Forschung, Politik, Kultur und Zivilgesellschaft.

Wer steckt dahinter?

Auf Initiative des Förderverein aachen fenster  – raum für bauen und kultur e.V. geht der Aachener Baukulturkalender einem der Gründungszwecke des Fördervereins nach.

In enger Kooperation mit den zahlreichen Partnerinnen und Partnern aus der Region wird eine Plattform für die Veröffentlichung und Werbung der zahlreichen Veranstaltungen bereitgestellt.  

Dazu gehören der Bund Deutscher Architekten Aachen, Bund Deutscher Baumeister Aachen, Fachhochschule Aachen, altbau plus, ABE AachenBuildingExperts, vhs Aachen, RWTH Aachen University, Städtische Entwicklungsgesellschaft Aachen sowie Stadtbad Aachen, Initiative Aachen, Aachener Bäche ans Licht, Europäische Stadt.

aachen_fenster – raum für bauen+kultur